Hoffmann, Hans – Werbezeichner, stellv. Schuldirektor, Künstler
 

Hans Hoffmann wurde am 20.08.1920 in Selb (Bayern) geboren. Eingeschult wurde er 1926 in Freiberg und wechselte später nach Schwarzenfeld. Im Jahr 1933 zogen seine Eltern aus beruflichen Gründen von Selb nach Hermsdorf. Er musste aufgrund des Umzuges und der vorherigen Schulwechsel ein Jahr Schule nachholen. In Hermsdorf kam er deshalb in die Klassenstufe von 1927 eingeschult, die er 1935 abschloss. In der HESCHO absolvierte er eine Lehre bis 1939 als Keramschleifer an. Nach kurzzeitiger Arbeit in dem Beruf als Geselle wurde er zum Arbeitsdienst nach Suhl.

Als untauglich für den Arbeitsdienst eingestuft wurde er nach Mühlsdorf, zu einem Großbauern Enke versetzt. 1940 erfolgte eine weitere Versetzung zum Luftwaffen-Baukommando nach Nordrhein-Westfalen zum Flugplatzbau. Ein Jahr später wurde er zur Wehrmacht eingezogen und als Funker ausgebildet. Es folgten Einsätze in Österreich, Frankreich, Jugoslawien, Albanien. Nachdem er sich einen Arm gebrochen hatte, wurde Hans Hoffmann nach Schwerin versetzt. Dort kam er 1945 zuerst in amerikanische Gefangenschaft, wurde an die Briten übergeben und dort im gleichen Jahr nach Bayern entlassen. In seinen Papieren standen noch die alten Angaben aus Selb, deshalb erfolgte die Entlassung nach Bayern. Von Bayern ging er illegal zurück nach Hermsdorf.

Zunächst arbeitete er bei Carl Zeiss in Jena und musste dort den Betrieb mit demontieren. Nachdem dies abgeschlossen war, ging er nach Hermsdorf und arbeitete hier ebenfalls an der Demontage mit. Nach kurzer Arbeitslosigkeit begann er in der Werbeabteilung der HESCHO als Maler.

Im Jahr 1945 oder 1946 bewarb er sich in Weimar bei Prof. Hänsel. Die Absolventen mussten Zeichenkohle und Papier zur Aufnahmeprüfung mitbringen. Der Professor stellte vier Gipsköpfe in verschiedenen Positionen auf den Tisch, die abgezeichnet werden mussten. Hans Hoffmann verhaute die Zeichnung und wurde abgelehnt. Im Jahr 1946 bewarb er sich an der heutigen Hochschule für Grafik und Buchdruckerkunst in Leipzig, bei Prof. Max Schwimmer. Er wurde auch angenommen, trat das Studium dann aber nicht an, da er kein Stipendium oder andere Unterstützung erhielt. Er arbeitete weiter in der Werbeabteilung.

Vom 21. bis 29.03. 1948 wurde in Bad Klosterlausnitz eine Ausstellung von Künstlern in der Halle des Moorbades organisiert. Es war die erste ihrer Art nach dem 2. Weltkrieg im Kreis. Folgende Künstler stellten aus:

Titelseite Kunstkatalog von 1948

Hans Lasko – Bad Klosterlausnitz
Gertrud Ranft – Eisenberg
Gerhard Rühl – Waltersdorf
Käthe Sambala – Stadtroda
Felix Schmidt – Hermsdorf (Rundfunkmechaniker in der KWH)
Günther Steckhan – Bad Klosterlausnitz
Max Streit – Stadtroda
Will Torger – Hainspitz
Gertrud Wünsch – Bad Klosterlausnitz
Kurt Bauer – Eisenberg
Ilse Dolge – Hermsdorf
Rudolf Fuchs – Eisenberg
Auguste Gentz – Laasdorf
Gerti Gruner-Habel – Bad Klosterlausnitz
Hans Hoffmann – Hermsdorf (Werbeabteilung KWH)
Dr. Paul Kraft – Bad Klosterlausnitz
Johann Kubesch – Hermsdorf (leitete 1940 einen Malzirkel in Hermsdorf)
Kurt Zitzmann Hermsdorf (techn. Zeichner KWH).

Klick hier zum Katalog

Am 30.04.1949 wurde das „Weiße Haus“ geschmückt und mit einem großen Bildnis von Stalin versehen. Der damalige Generaldirektor Dimitri Iwanowitsch Jessakow sah das Bild und ließ es sofort entfernen, das es nicht seinen Ansprüchen entsprach. Er verlangte, dass sofort ein neues Bild gemalt würde. Wilhelm Sperhake, damals Kulturdirektor und Fritz Leunert fragten bei Hans Hoffmann an, ob er ein neues Stalinbild malen könne. Er nahm den Auftrag an und fertigte in der Nacht das neue Gemälde. Jessakow war davon begeistert, er bestellte Hans Hoffmann zu sich und fragte, was er dafür haben wolle. Da er wusste, dass es in der HESCHO ein Lager mit Möbeln aus Zeulenroda gab, wünschte er sich ein Wohnzimmer. Zu dieser Zeit hatte er geheiratet. Er erhielt ein Büfett und eine Vitrine, die er lange Jahre besaß.

  Am 01.05.1949 wurde das umgebaute Verwaltungsgebäude der HESCHO als „Kulturhaus Völkerfreundschaft“ eröffnet. Hans Hoffmann wurde der erste Kulturhausleiter und blieb es bis zu seinem Studienbeginn 1950.

Jessakow regte an, dass zum Studium an die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Jena ging, aber nicht seinem Wunsch entsprechend Kunst, sondern als Lehrer für Germanistik. Kunstgeschichte studierte er noch heimlich nebenbei. Nach erfolgreichem Studienabschluss 1953 sollte sich Hans Hoffmann in Gera an einer Schule bewerben. Er stellte sich in der Abteilung Volksbildung vor. Dort trug er seinen Lebenslauf vor. Als die Sprache auf sein Alter kam – er war damals 33 Jahre – entrüstete sich die Mitarbeiterin über sein hohes Alter. Er verzichtete auf die Einstellung.

  Hans Lasko, den er von der Ausstellung 1948 kannte, stellte eine Verbindung zu Johannes R. Becher (1954 bis 1958 war Becher Kulturminister der DDR) her. Dieser berief ihn an die neu entstehende Fachschule für Klubhausleiter „Sieben Eichen“ nach Meißen. Er baute diese Schule mit auf und arbeitete dort bis zu seiner Pensionierung 1985. Zwischendurch kündigte er dort, weil der Direktor einen Mitarbeiter ohne entsprechende Ausbildung eingestellt hatte, der zudem 200,- Mark mehr Gehalt bekam. Von oberster Stelle wurde dies revidiert, Hoffmann wurde wieder eingestellt und wurde stellvertretender Direktor. Den Posten behielt er bis zur Rente.

 

Kurz vor der Berentung zog er wieder von Meißen nach Hermsdorf. Der Wohnungstausch kam durch Vermittlung von Prof. Dr. rer. nat. habil. Lothar Michalowsky zustande, der in Meißen anfangen sollte, dann aber als Hochschullehrer an der Bergakademie Freiberg ging.
Familie Hoffmann baute sich später ein Haus in Hermsdorf aus. 2004 verstarb die Ehefrau, er selbst erlitt 3 Schlaganfälle, von denen er sich erholte und nun seinen verdienten Ruhestand genießen kann.

   
Gabi - Öl 1946 Deutsche Dogge 1947 Kohlezeichnung
Gabi
 1946 Öl
Deutsche Dogge
1947 Kohlezeichnung
Kösein im Fichtelgebirge 1947 Kohlezeichnung Rosen 1947 Kohlezeichnung
Kösein im Fichtelgebirge
1947 Kohlezeichnung
Rosen
1947 Kohlezeichnung
Pferde (Öl) – das braune malte er in Belgien, den Schimmel später in Hermsdorf.
Pferde (Öl) – das braune malte er in Belgien, den Schimmel später in Hermsdorf.
Hans Hoffmann vor seinem Ölbild Blumenmarkt in Belgien.
Hans Hoffmann vor seinem Ölbild Blumenmarkt in Belgien.
Seitenanfang